Ortsunabhängig arbeiten bei Educaro

Educaro begleitet Fachkräfte in eine besseren berufliche Zukunft. Dazu arbeitet das Unternehmen full remote und asynchron. Martin Manthey, Head of People & Culture, gibt uns einen spannenden Einblick.

GetRemote Interview mit Educaro

In fast jedem Land der Welt gibt es Menschen, die sich nach einer besseren beruflichen Zukunft in einem anderen Ökosystem sehnen. Bisher mussten sie sich auf intransparente und teure Personalvermittlungsagenturen verlassen, die oft nicht in ihrem besten Interesse gehandelt haben.

Educaro stellt sich diesem grauen Markt der Fachkräftemigration entgegen und hat es sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit unseren Krankenhauspartnern die fairste und transparenteste Migrationsreise anzubieten. Wir begleiten unsere Kandidaten vom ersten Gespräch an und bereiten sie in eigenen Schulen sowohl sprachlich als auch kulturell auf das Leben in Deutschland vor. Wir unterstützen bei allen administrativen Aufgaben und stehen den Kliniken und Gesundheitszentren bei der Integration der Pflegekräfte zur Seite.

Die Mission: eine ethisch und ganzheitlich umgesetzte Lösung anzubieten, die den Fachkräftemangel in der Pflege bekämpft und motivierten, gut ausgebildeten Menschen aus Drittstaaten neue Perspektiven ermöglicht.

Steckbrief

  • Unternehmen: Educaro GmbH
  • Mitarbeiterzahl: 50
  • Modell: Full Remote
  • Interviewpartner: Martin Manthey, Head of People & Culture

Wie genau sieht euer flexibles Arbeitsmodell aus?

Bei uns kann jede*r Mitarbeiter*in selbst bestimmen, wo er oder sie arbeiten und wie er sein persönliches Arbeitsmodell ausgestalten möchte: Ob aus dem Büro in Düsseldorf, remote aus dem Homeoffice oder auch mal eine Weile aus der Hängematte am Strand.

Durch die Zusammenarbeit mit den Kollegen in unseren weltweit verstreuten Bildungszentren sind wir es gewohnt, auch zeitlich asynchron zu arbeiten und Zeitverschiebungen zu berücksichtigen. Daher setzen wir hier keine Grenzen und schreiben Selbstbestimmung groß. Zum Beispiel erwartet niemand, dass bei einer Nachricht im internen Chat direkt eine Antwort kommt.

Jeder kann sich Fokuszeiten nehmen, um konzentriert zu arbeiten, ohne Ablenkungen. Und das jeden Tag. Auch meetingfreie Tage sind bei uns normal. Wir glauben fest an eine Ergebnis- anstelle einer Anwesenheitskultur.

Mit welchen Tools arbeitet ihr?

Wir arbeiten mit verschiedenen Tools und achten auch immer darauf, ob diese wirklich noch zu uns und unserer Arbeit passen.

Aktuell verwenden wir Confluence zur Dokumentation und zum Wissensaustausch, Hive für unsere Projekte und Personio als HR Management Tool. Die alltägliche Kommunikation findet über Microsoft Teams statt. Zudem haben wir die Programme von Microsoft Office 365 im Einsatz.

Warum habt ihr euch dafür entschieden, mit eurem Team ortsunabhängig zu arbeiten?

Wir arbeiten tagtäglich daran, jungen Menschen neue Perspektiven zu ermöglichen, neue Kulturen kennenzulernen und neue Erfahrungen zu machen. Dies soll aber natürlich nicht nur für unsere KandidatInnen innerhalb der Migrationsreise gelten, sondern auch für jeden einzelnen Kollegen.

Remote zu arbeiten ermöglicht dies und ist daher nur eine logische Konsequenz aus unserer Unternehmenskultur.

Arbeitet ihr (nur) ortsunabhängig oder auch zeitunabhängig?

Durch unsere weltweite Infrastruktur würde es für uns keinen Sinn machen, auf zeitliche Flexibilität zu verzichten, daher hat jeder die volle Entscheidungsmacht über seinen Kalender.

Besonders früh oder besonders spät anzufangen, zwischendurch private Termine wahrzunehmen, zum Sport zu gehen oder einfach mal das gute Wetter nutzen ist überhaupt kein Problem.

Die einzige Einschränkung sind dabei natürlich festgelegte Termine, die man im Blick haben muss.

Worauf sollten Unternehmen besonders achten, die Home Office und remote work gerade neu etablieren?

Zum einen muss man klar sagen, dass remote work nicht für jeden das Richtige ist. Zu Beginn ist also der aktive Austausch mit allen Kollegen wichtig. Was möchten die Mitarbeiter? Was brauchen sie, um sich auch in einer veränderten Struktur wohlzufühlen? Welches sind ihre Ängste und Befürchtungen, aber auch ihre Wünsche und Erwartungen?

Die beiden wichtigsten Punkte sind unserer Ansicht nach dann aber die folgenden:

  • Kommunikation und Teamkultur:
    Niemand darf im Homeoffice vereinsamen. Daher braucht es alternative Angebote, den Austausch untereinander zu fördern und auch das private Kennenlernen nicht zu vernachlässigen. Dasselbe gilt aber natürlich auch für Informationen rund ums Unternehmen und die Produkte. Neue Kommunikationsstrukturen müssen sicherstellen, dass jeder Mitarbeiter früh informiert wird, Änderungen an niemandem vorbeigehen und sich jeder abgeholt fühlt.
  • Die technische Infrastruktur:
    Die Auswahl und Einbindung der richtigen Tools ist enorm wichtig. Hier darf neben der Bereitstellung aber auch nicht vergessen werden, alle Mitarbeiter dazu zu befähigen, diese Tools auch umfassend nutzen zu können. Ohne die passenden Kanäle und Medien, mit denen jeder umgehen kann, kann remote einfach keine umfassende Kommunikation stattfinden.

Funktioniert erfolgreiches Führen auf räumliche Distanz anders als im Büro?

Im Endeffekt ist es gar nicht so viel anders, nur zielgerichteter. Einige Grundprinzipien der Führung bekommen bei räumlicher Distanz einen anderen Stellenwert. Die wichtigsten, die dabei genannt werden sollten, sind wohl Vertrauen, Kommunikation und Transparenz.

Seine Mitarbeiter eng zu kontrollieren ist remote nur schwer möglich und wollen wir auch überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Das muss dem Vorgesetzten, aber auch dem Mitarbeiter klar sein, der Eigenständigkeit und ein gewisses Talent zur Selbstdisziplin und -organisation mitbringen muss.

Das richtige Maß an Kommunikation und Transparenz ist etwas, wonach man in dieser Konstellation immer streben wird. Beide Seiten sind darauf angewiesen, sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten, Dingen aber auch einfach mal seinen Lauf lassen zu können.

Zudem ist ein gutes Gespür für seinen Gegenüber unabdingbar, um zu merken, wenn etwas gerade nicht gut läuft. Denn nicht jedem fällt es leicht, Probleme immer direkt proaktiv anzusprechen.

Ganz besonders wichtig ist, sich immer wieder bewusst Zeit zu nehmen, um Themen zu besprechen, die nichts mit dem operativen Geschehen zu tun haben. Wie geht es meinen Kollegen wirklich? Was treibt sie um? Wo benötigen sie Hilfe? Wo können wir als Unternehmen unterstützen? Aktiv und bewusst zuhören.

Mit welchem Vorurteil werden ortsunabhängige Teams oft konfrontiert und wie würdest du es entkräften?

Einige Vorurteile haben sich inzwischen sicherlich überholt. Durch die Pandemie haben viele Unternehmen, aber auch Mitarbeiter, gemerkt, dass diese Arbeitsweise sehr gut funktionieren kann.

Aber natürlich haben Skeptiker bis zu einem gewissen Grad recht: Man ist im Homeoffice leichter abgelenkt, kann einsam sein, Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit haben usw. Der Arbeitgeber kann und muss in diesen Bereichen selbstverständlich Unterstützung leisten, Angebote machen und Anreize geben.

Ob diese aber funktionieren und angenommen werden, liegt bei den meisten der genannten Punkte in der Hand des Mitarbeiters. Es kommt darauf an, was er daraus macht, wie motiviert er dazu ist und ob dies im Endeffekt die richtige Arbeitsweise für ihn ist.

Daher ist es wie bei vielen Vorurteilen: Ob sie zutreffen, kann jeder von uns aktiv beeinflussen!

Drei gute Gründe, warum mehr Unternehmen ihr Team ortsunabhängig(er) aufstellen sollten?

  • Sich als Unternehmen remote aufzustellen bedeutet, sich aktiv mit Prozessen und Systemen auseinanderzusetzen. Dadurch gewinnt man eine Arbeitsumgebung, die für jeden einzelnen, aber auch für das Unternehmen im Ganzen deutlich produktiver und flexibler aufgestellt ist.
  • Lebenssituationen ändern sich. Wer Mitarbeitern die Freiheit gibt, ihren Job ans Leben anzupassen, gibt ihnen auch weniger Gründe, sich Alternativen zu suchen.
  • Durch einen größeren Pool, aus dem man im Recruiting schöpfen kann, gewinnt man nicht nur leichter die passenden Talente, sondern schafft auch die Möglichkeit zu höherer Diversität, neuen Erfahrungen und anderen Hintergründen, was zu viel Kreativität und neuen Sichtweisen führen kann.

Welchen Tipp hast Du für Leute mit dem Wunsch nach einer ortsunabhängigen Festanstellung?

Hinterfragt im ersten Schritt eure eigene Intention. Wieso möchtet ihr das? Ist eure Vorstellung realistisch? Sind euch auch die Herausforderungen dabei bewusst? Holt euch Infos, lest in Blogs, sprecht mit anderen…, um herauszufinden, welche Aspekte für euch wichtig sind und was ihr braucht, um in eurem Job zufrieden und glücklich arbeiten zu können.

Danach lässt es sich leichter nach Arbeitgebern suchen, die diese Aspekte erfüllen können oder auch mit eurem aktuellen Arbeitgeber sprechen, ob ihr nicht gemeinsam Schritte in diese Richtung gehen könntet.

Wer dies schon gemacht hat, kann auch gerne einen Blick auf unsere Website werfen. Vielleicht passen wir ja zusammen? 🙂

Über mich

Ich bin Teresa und ich helfe Unternehmen Home-Office und remote work erfolgreich einzuführen. In meinem Blog findest du Portraits von Unternehmen, die bereits erfolgreich remote arbeiten und ich teile meine Herangehensweise an Remote Work und Leadership. Viel Spass beim Lesen!

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