Wie kann eine Vertrieblerin ortsunabhängig arbeiten?

2013  habe ich angefangen bei der merconic zu arbeiten und nach einem Jahr hat mir unser Geschäftsführer erlaubt, teilweise remote zu arbeiten. In diesem Blogeintrag erzähle ich Dir von meinen Erfahrungen und wie mein Arbeitsalltag aussah.

Bis Juli 2018 habe ich als Head of Sales & Marketing bei der merconic GmbH gearbeitet – eine auf die junge und akademische Zielgruppe ausgerichtete Online-Marketing Agentur mit Sitz in Berlin.

merconic arbeitet in einer half remote Struktur: ortsunabhängig in einer bestimmten Stadt mit mindestens einem Remote Working Tag pro Woche und zeitweise komplett ortsunabhängig.

 

Interview von April 2018

Seit wann arbeitest du in einer ortsunabhängigen Festanstellung?

2013  habe ich angefangen bei der merconic zu arbeiten und nach einem Jahr hat mir unser Geschäftsführer erlaubt, teilweise remote zu arbeiten. Seit rund 4 Jahren arbeite ich nun also schon in einer ortsunabhängigen Festanstellung.

Wie sieht eine typische Arbeitswoche bei dir aus?

Da ich in einer 32-h-Woche arbeite, habe ich Montags immer frei. Dienstag und Donnerstag arbeitet das ganze Team aus unserem Berliner Büro im Prenzlauer Berg und Mittwoch und Freitag ist Remote Working Tag, den ich meistens zu Hause oder in einem Café verbringe.

Für uns ist das die perfekte Kombination – an den Office-Tagen können wir Arbeitsschritte persönlich besprechen sowie Meetings abhalten und an den Remote Working Tagen können wir ungestört umsetzen und ich terminiere alle Telefongespräche auf diese Tage.

Wie sieht eure half remote Struktur aus und wozu nutzt du die gewonnene Flexibilität?

Durch die 2-3 Office-Tage vor Ort im Büro ist unser Team an die Stadt Berlin gebunden. Neben den Home Office Tagen können wir aber teilweise und nach vorheriger Absprache auch komplett ortsunabhängig arbeiten.

Ich persönlich nutze das einerseits um regelmäßig meine Familie in Passau zu besuchen. Für diese Zeit nehme ich mir dann nicht Urlaub, sondern arbeite für diese Woche dann einfach komplett remote und nehme per Skype an den persönlichen Meetings der anderen teil. So kann ich meinen Neffen aufwachsen sehen und trotz großer Entfernung zu Berlin weiter am Familienleben teilhaben.

Der zweite große Punkt ist meine Reiselust – jeden Winter entfliehe ich dem kalten Berlin für vier bis sechs Wochen und war zuletzt in Thailand und Marokko. Dafür nehme ich mir 1-2 Wochen Urlaub und den Rest arbeite ich wieder komplett remote aus dem entsprechenden Land zu deutschen Geschäftszeiten.

Wie haltet ihr den sozialen Aspekt der Zusammenarbeit aufrecht?

Die meisten Wochen im Jahr ist das Team 2 Tage zusammen im Büro, wo wir uns persönlich austauschen und die Mittagspause zusammen verbringen. Zudem arbeiten wir mit den Online-Tools Trello und Slack, wodurch wir automatisch den ganzen Tag über verbunden sind.

In einem “normalen” Büro sieht auch die meiste Zeit jeder auf seinen Bildschirm und man schreibt sich gegenseitig E-mails, weshalb ich ich am sozialen Zusammenhalt keine Verminderung sehe.

Hat sich an deinem Verhältnis zur Arbeit und zu deinem Arbeitgeber etwas verändert?

Definitiv! Es mag etwas abgedroschen klingen, aber meine Arbeitsweise erfüllt mich mit einer tiefen inneren Zufriedenheit und einem täglichen Lebensglück. Wenn ich an einem sonnigen Home Office Tag beschließe, den Nachmittag über 2 Stunden frei zu machen und mit meinem Hund in die Natur zu gehen, bin ich einfach dankbar und froh über diese Möglichkeit und arbeite danach umso motivierter weiter.

Ich schätze es sehr an unserem Geschäftsführer Michael Walser, dass er uns nicht nur als Mitarbeiter, sondern auch als Menschen mit individuellen Bedürfnissen wahrnimmt. Diverse Abwerbeanfragen von anderen Unternehmen konnte ich dadurch ohne langes Überlegen ablehnen, weil mir bisher kein anderer Arbeitgeber ein ähnlich attraktives Arbeitsumfeld bieten konnte.

Grundsätzlich kann ich mir nicht mehr vorstellen, je wieder in einen bürogebundenen 9 to 5 Job zurückzukehren, selbst nicht für sehr viel Geld 🙂

Welchen Tip hast Du für Leute mit dem Wunsch nach einer ortsunabhängigen Festanstellung?

Traut euch zu fragen! Unser Unternehmen war ganz normal 9 to 5 bevor ich meinen Wunsch nach einem flexibleren Arbeitsmodell geäußert habe. Sollte sich wirklich keine Einigung finden, kann man immer noch einen Wechsel in Erwägung ziehen.

Welchen Rat kannst du Unternehmen mit auf den Weg geben, die überlegen, ihr Team ortsunabhängig(er) aufzustellen?

Ebenfalls – traut euch!

Versucht zusammen mit eurem Team ein für euch passendes Arbeitsmodell zu gestalten und ihr werdet mit Loyalität belohnt werden. Gute Talente zu finden und zudem zu halten wird einfacher, wenn euer Unternehmen mehr bietet als nur den Geldwert des Gehalts am Ende des Monats.

Wenn du Fragen an mich hast, stell sie gerne in den Kommentaren.

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