Ortsunabhängig arbeiten bei Remi

Remi hilft Remote- und Hybrid-Teams, ihre Kultur mit Hilfe von wirkungsvollen Ritualen zu gestalten. Wir haben Valerie Krämer im spannenden Interview zu Hintergründen und Motivationen befragt.

GetRemote Interview mit Remi

„Wir haben Remi gegründet, weil wir selbst remote gearbeitet und erkannt haben, dass der Aufbau der eigenen Unternehmenskultur im Remote-Setting eine riesige Herausforderung darstellt für viele. Das ist auch der Hauptgrund dafür, dass viele Unternehmen der Fernarbeit nicht zustimmen, selbst wenn ihre Mitarbeiter sie einfordern.

Das wollen wir nicht hinnehmen: Remote-Teams sollten sich sicher dabei fühlen, wenn es darum geht, eine starke und gesunde Kultur aus der Ferne aufzubauen. Aus diesem Grund haben wir Remi gegründet. Remi nutzt tägliche und wöchentliche Teambuilding-Rituale als Kernmechanismus, um Teams beim Aufbau ihrer Kultur zu unterstützen: Durch die Bildung von Gewohnheiten durch wiederholte Interaktionen und Nudges können Teams ihre Kultur wie einen Muskel aufbauen.“

 

Steckbrief

  • Unternehmen: Remi
  • Mitarbeiterzahl: 9
  • Modell: Full Remote
  • Interviewpartnerin: Valerie Krämer, Co-Founder

 

Wie genau sieht euer flexibles Arbeitsmodell aus?

Wir sind remote gegründet worden und sind seitdem auch komplett remote, d.h. wir haben tatsächlich nicht mal ein Office. Jeder von uns arbeitet verstreut in Europa entweder von zu Hause, Cafés oder aus dem Co-Working Space heraus.

 

Mit welchen Tools arbeitet ihr?

Unser Tool Stack beinhaltet Notion zur Dokumentation, als Handbuch und Single Source of Truth, Google Workplace für Email, Videomeetings und Dokumentenablage, Trello für Projektmanagement, Slack für ad hoc Kommunikation im Team und unser eigenes Tool Remi für tägliche und wöchentliche Teambuilding-Rituale, die uns näher zusammenrücken lassen wie bspw. ein täglicher Mood-Check oder ein wöchentliches Danke-Ritual.

 

Warum hast du dich dafür entschieden, mit deinem Team ortsunabhängig zu arbeiten?

Es war für uns von Beginn an klar, dass wir ein internationales Team aufbauen wollen und uns da im Talentpool nicht beschränken wollen.

Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass wir so echte Inklusion und Diversität fördern können, Care-Arbeit und Beruf vereinbaren, dem Klimawandel aktiv entgegen treten und unserem Team echte Flexibilität im Arbeiten und Leben ermöglichen können.

 

Arbeitet ihr (nur) ortsunabhängig oder auch zeitunabhängig?

Da wir ein sehr junges Unternehmen sind, fließen die Prozesse noch nicht zu 100%, vieles muss sehr schnell und immer wieder neu entschieden werden. Aus dem Grund ist es uns z.B. wichtig ist, die ersten Teammitglieder alle in Europa anzustellen – also die Zeitzonen im Blick zu haben und nicht außerhalb von +/- 4h zu rekrutieren.

Wir haben außerdem wöchentliche „no meeting days“ bei uns implementiert, an denen jeder komplett seine Deepwork Phasen ausleben kann. Bei uns wird keine sofortige und synchrone Antwort zu jeder Zeit erwartet aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, wir wären schon komplett zeitunabhängig, also asynchron unterwegs.

Unser Tool Remi funktioniert aber bspw. komplett asynchron und fördert so das inklusive regelmäßige Teambuilding, d.h. jeder kann zu jederzeit teilnehmen.

 

Worauf sollten Unternehmen besonders achten, die Home Office und remote work gerade neu etablieren?

Was extrem wichtig ist, dass wenn man sich für ein Hybrides Setup entscheidet – es nicht komplett flexibel zu lassen, sondern Guidelines entwickelt, die dem gemeinsamen Arbeiten Orientierung bieten.

Besonders wichtig dabei finde ich die Entscheidung, ob man Office first Hybrid ist oder Remote first Hybrid, denn von dieser Entscheidung hänge alle wichtigen Prozesse und Tools am Ende ab. Wer sich nicht entscheidet, kann es keinem am Ende Recht machen.

 

Funktioniert erfolgreiches Führen auf räumliche Distanz anders als im Büro?

Ich würde grundsätzlich sagen: es ist nicht anders aber Missstände fallen früher auf. Es geht um den „Benefit of the doubt“ beim Thema Remote Leadership, d.h. es muss einen Vertrauensvorschuss geben im ersten Schritt.

Zum anderen muss es noch viel klarere Prozesse, Guidelines und Zielvorgaben geben als im Office, damit das Team weiß in welche Richtung es läuft und an welchen Zielen es gemessen wird. Dokumentation und Transparenz sind dabei die Secret Super Powers, denn diese sind wichtig, um die Voraussetzungen zu schaffen, dass sich alle beteiligen können aber auch alle Informationen finden können, die sie zum Arbeiten brauchen.

Und der letzte wichtige Aspekt ist in jedem Fall proaktive und ggf. sogar Überkommunikation. Es ist enorm wichtig, dass man lernt, proaktiv seine Erwartungen und Ziele zu kommunizieren und wie man gerne und gut arbeitet.

 

Mit welchem Vorurteil werden ortsunabhängige Teams oft konfrontiert und wie würdest du es entkräften?

Besonders wichtig finde ich zu erwähnen, dass Remote Work nicht gleich der Erfahrung während der Pandemie ist. Und vor Allem, das es nicht bedeutet, dass man sich nicht mehr in-Person trifft – man tut es. Nur eben mit sehr viel mehr Intention, sehr viel proaktiver und auch immer mit einem konkreten Zweck, bspw. ein Workshop oder ein Offsite, das das Wir-Gefühl stärkt.

 

Drei gute Gründe, warum mehr Unternehmen ihr Team ortsunabhängig(er) aufstellen sollten?

  1. Talent: Zugang zu Talenten weltweit
  2. Flexibilität: Bessere Vereinbarkeit von Care Arbeit und Karriere
  3. Diversität: Förderung von Inklusion und Diversität

 

Welchen Tipp hast Du für Leute mit dem Wunsch nach einer ortsunabhängigen Festanstellung?

Ich würde aktiv auf Remote Hiring Plattformen schauen wie bspw. We Work Remotely oder Remote OK, aber auch sehr klar überlegen, was einem wichtig ist bei seinem zukünftigen Arbeitgeber. Will man nur flexibel arbeiten – also ab und zu von zu Hause aus arbeiten, oder komplett remote und ortsunabhängig oder ggf. am liebsten sogar asynchron arbeiten?

Bereite ein konkretes Fragen-Set vor – denn hier wird so viel Greenwashing betrieben aktuell – prüfe gut, ob die Versprechungen wirklich wahr sind und wie bspw. Prozesse aufgesetzt sind und welche Tools genutzt werden, ob ein Handbuch bzw Guidelines verfügbar sind und wie dokumentiert wird, etc.

 

Über mich

Ich bin Teresa und ich helfe Unternehmen Home-Office und remote work erfolgreich einzuführen. In meinem Blog findest du Portraits von Unternehmen, die bereits erfolgreich remote arbeiten und ich teile meine Herangehensweise an Remote Work und Leadership. Viel Spass beim Lesen!

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