Ortsunabhängige Teams
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Ortsunabhängig arbeiten bei spacepilots

spacepilots ist eine Agentur für digitales Customer Experience Design. Sie sind Partner für Beratung und Umsetzung digitaler Themen, erschaffen digitale Markenwelten durch einzigartige Nutzererlebnisse und verbinden Design, Entwicklung, Kommunikation und Strategie für innovative Marken.

Steckbrief

  • Unternehmen: spacepilots 
  • Mitarbeiterzahl: 9
  • Modell: Full/Half remote – Wechsel aus Büro- und ortsunabhängigen Phasen in Köln
  • Interviewpartner: Christoph Bresler, Gründer und Geschäftsführer

Christoph, wie genau sieht euer flexibles Arbeitsmodell aus?

Wir haben uns als Gründer dazu entschlossen, den Ort unseres Lebens nicht zwingend mit einem festen Arbeitsplatz zu verbinden. Jeder hatte andere Pläne wo er leben möchte. Deswegen haben wir komplett als Remote-Team angefangen und über 3 Jahre Full-Remote gearbeitet.Jetzt haben wir ein Büro in Köln für bis zu 4 Personen. Jedem steht frei so oft zu kommen wie er möchte. Es gibt keine Verpflichtung zur Anwesenheit. Unsere Kommunikation und unser Austausch ist vollständig Online abgebildet. Mehr und mehr merken wir, dass jeder Einzelne sich den persönlichen Austausch jedoch regelmäßig wünscht. Eine Mitarbeiterin ist jeden Tag im Office, meine Mitgründer sehe ich einmal im Quartal persönlich.

Mit welchen Tools arbeitet ihr?

Die Infrastruktur ziehen wir derzeit zu Microsoft Office 365 um, Slack wird bald durch Microsoft Teams ersetzt, Active Collaboration nutzen wir als Projektmanagement Tool, GitLab ist unser Git-Tool für alle Produkte, die wir gestalten und entwickeln. Unsere Dokumentationen finden in Atlassian Confluence statt.

Warum habt ihre euch dafür entschieden, mit eurem Team (teilweise) ortsunabhängig zu arbeiten?

Die Gründer wollten alle einen anderen Lebensmittelpunkt wählen. Wir halten es außerdem für sinnvoll jedem seinen zeitlichen und örtlichen Freiraum zu geben und glauben an Selbstverantwortung bei jedem Mitarbeiter.

Arbeitet ihr (nur) ortsunabhängig oder auch zeitunabhängig?

Beides. Dennoch haben wir ein optionales Daily, das alle Mitarbeiter zu 80% als Anlass nehmen sich morgens zu treffen. Es ist wie eine ungeschriebene Verpflichtung, die auch schriftlich umgesetzt werden kann. Aber das Daily hilft uns, auch zum Teil mit der Videokonferenz über Slack, eine Nähe zu schaffen, die wir sonst weniger haben. Jeder kann seine Arbeitszeit gestalten wie er will. Wir merken aber, dass die meisten gerne zwischen 9 – 16 Uhr ihre “Kernarbeitszeit” haben (wollen). Andere arbeiten zum Teil an anderen Projekten und holen die Ziele am Wochenende nach.

Welche Startschwierigkeiten hattet ihr mit der Einführung des flexiblen Arbeitsmodells? Was ist dein größtes Learning aus der Umstellungsphase?

Es muss alles kommuniziert werden. Die fehlende Nähe und der fehlende Flurfunk führen dazu, dass man sich enger und klarer schriftlich austauschen muss. Die Dinge gehören schneller und konkreter dokumentiert. Kommunikation muss mehr in öffentlichen Channels als in privaten Nachrichten geschehen. Alle Mitarbeiter müssen immer wieder mal an das Ziel und den Zweck des Ganzen erinnert werden.Kommunikation wird häufig lieber persönlich in einer direkten Slack-Nachricht abgewickelt, statt in einem Channel für alle. Auch wenn zu 50 % die Infos für mehrere Personen relevant sind. Dokumentation und Benachrichtigung zu Dokumentationen ist sehr, sehr wichtig, um die Strukturen zu schaffen. Und Mitarbeiter wollen wissen, was von Ihnen erwartet wird. Ist das Daily ein optionaler Termin? Muss ich immer da sein? Was ist das Ziel des Ganzen?

Welchen Vorher-Nachher Effekt hat die Einführung des ortsunabhängigen Arbeitens bei euch?

Da wir schon immer so arbeiten habe ich jetzt erst seit 4 Monaten einen Unterschied durch Zusammenarbeit vor Ort bemerkt. Die persönliche Nähe und der Austausch bei einem Kaffee sorgt für Motivation und Teamgefühl, aber auch für mehr Ablenkung. Beides hat seine Vor- und Nachteile.Der Effekt durch die Ausrichtung auf Remote ist jedoch, dass wir viel mehr schriftlich abwickeln und dokumentieren und die Aufgaben leichter und schneller abgearbeitet werden können. Jeder versteht, dass das Zentrum der ganzen Unternehmung die strukturierte Arbeit in Tickets in Online-Tools wie Active Collab oder GitLab ist. Dadurch fangen wir erst gar nicht an, Infos für andere Teammitglieder im Flurfunk zu verlieren.

Mit welchem Vorurteil werden ortsunabhängige Teams oft konfrontiert und wie würdest du es entkräften?

“Ist das nicht blöd immer alleine da zu sitzen?”“Fehlt dir da nicht der soziale Aspekt?”“Ich könnte das nicht, mich selbst immer alleine organisieren!”Zum Teil stimmt es ja. Der soziale Aspekt ist nicht unwichtig. Die Balance macht es für einen Großteil von Menschen vermutlich aus: Einerseits Zeit und Raum zu haben, um ungestört zu arbeiten und andererseits ein Umfeld von Menschen zu haben, mit denen man auch nach der Arbeit etwas unternehmen kann.Die Energie im Raum mit einem Team ist ganz einfach da. Das lässt sich nicht entkräften, aber die Gewinne, durch fokussierte Remote-Arbeit und die Fähigkeit sich auch selbst zu Hause oder anderswo bei Ablenkungen organisieren zu können, ist für unsere heutige Arbeitswelt eine notwendige Voraussetzung und macht für mich jeden Mitarbeiter auch zu einem zielorientierten Selbstständigen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Drei gute Gründe, warum mehr Unternehmen ihr Team ortsunabhängig(er) aufstellen sollten?

  • Weil es keinen Sinn macht, seinem Team einen Ort vorzuschreiben.
  • Gut organisierte Arbeit hat viele Phasen, in der es keine direkte Zusammenarbeit an einzelnen Aufgaben braucht.
  • Alleine das Gefühl, die Freiheit zu haben remote zu arbeiten motiviert ungemein.
  • Methoden und Tools bieten alle Voraussetzungen dafür.
  • Erfolgreiche Unternehmen wie Basecamp oder GroovHQ machen es vor, wie man ortsunabhängig und mit viel Freiheit sehr erfolgreich zusammenarbeiten kann.

Welchen Tip hast Du für Leute mit dem Wunsch nach einer ortsunabhängigen Festanstellung?

Bist du guter Projektmanager, Designer oder Entwickler? Dann komm direkt zu uns. Spaß beiseite: In welchem Zusammenhang? Wenn dein Team oder dein Chef es verbietet, solltest du es bewerben und mit einzelnen Projekten starten. Du kannst ihm verkaufen, warum es wichtig ist und dass du beweisen wirst, wie produktiv du bist.Willst du nicht da bleiben wo du bist? Dann suche dir junge Unternehmen, vorzugsweise Startups, Wachstumsunternehmen oder kreative Agenturen und sprich mit Ihnen über ortsunabhängige Arbeit.Wenn du den Wunsch hast und es bereits darfst, dann suche dir die Orte aus, die dich inspirieren und eine stabile WLAN Verbindung bieten. Bei Cafés scheitert es oft an Steckdosen. Zuhause fällt einem irgendwann die Decke auf den Kopf. CoWorking Spaces bieten zum Teil Tagestickets, das ist ganz praktisch. Ansonsten setze dir selbst klare Ziele. Vielleicht 3 MITs (Most Important Tasks) und setze dir für die Umsetzung Zeitfenster. Stoppe die Zeit mit der Stoppuhr (z.B. 45 oder 60 Minuten Intervalle) damit du zielorientiert arbeitest und dich nicht ablenken lässt.Vielen Dank für das Interview, Christoph!Lies auch das Interview von Ninke Schüler, Projektmanagerin bei spacepilots.

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Kategorie: Ortsunabhängige Teams

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Hey ich bin Teresa! Meine Mission ist es, die ortsunabhängige Festanstellung in Deutschland salonfähig und dadurch Menschen in ihrem (Arbeits-) Leben glücklicher zu machen! Ich habe mein Herz an Berlin verloren, rolle das R aber immer noch so wie in meiner Heimat Bayern :) Wenn ich nicht gerade in einem der beiden B's bin, findet ihr mich unterwegs in der Welt...

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